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Newsletter vom 07.02.2026

Sehr geehrte Interessierte an den Edelmetallmärkten,

was ist bloß bei Silber los? Diese Frage drängte sich Ende Januar und Anfang Februar 2026 selbst erfahrenen Marktbeobachtern auf. Innerhalb weniger Tage schoss der Silberpreis erst über die Marke von 100 US-Dollar, erreichte am 29. Januar mit 121,6 US-Dollar je Unze ein Allzeithoch und brach tags darauf um mehr als ein Viertel ein – der heftigste Tagesverlust seit 1982.

Die Berichte von Nachrichtenagenturen wie Reuters und Bloomberg zeichneten das Bild eines Marktes, der sich zeitweise von jeder Bodenhaftung gelöst hatte. Technische Verkäufe, Stop-Loss-Kaskaden und extreme Volatilität bestimmten das Geschehen, ehe sich der Preis Anfang Februar wieder im Bereich von 75 bis knapp 80 US-Dollar einpendelte. Gemessen an klassischen Bewertungsmaßstäben war diese Bewegung kaum noch rational erklärbar.

Getrieben wurde die extreme Rallye vor dem Crash weniger von neuen fundamentalen Erkenntnissen als von spekulativer Euphorie. Ole Hansen von der Saxo Bank sprach offen von einer massiven „Retail-Frenzy“. „Fear-of-missing-out“-Käufe privater Anleger, hohe Zuflüsse in physisch besicherte Silber-ETFs und ein historischer Short Squeeze verzerrten das Marktgefüge. Händler wie APMEX meldeten Rekordumsätze und führten zeitweise Mindesthandelsgrößen ein. Parallel machte sich eine „Memefizierung“ des Marktes bemerkbar, vor der Strategen der Bank of America früh warnten: Social-Media-Hype ersetzte nüchterne Analyse. Dass große Marktteilnehmer bereits vor dem Höhepunkt vorsichtiger wurden, zeigen Daten der CFTC: Hedgefonds reduzierten ihre Netto-Long-Positionen noch vor dem Crash drastisch.

Der abrupte Absturz Anfang Februar hatte dann eher klassische Auslöser. Erhöhte Margin-Anforderungen der CME Group, eine festere US-Währung und erzwungene Liquidationen hoch gehebelter Positionen setzten eine Verkaufswelle in Gang. Begleitend kursierten erneut Manipulationsvorwürfe und Gerüchte – etwa über angebliche Exportverbote oder nächtliches Spoofing, wie es das Blog Inside Paradeplatz kolportierte.

Belastbare Beweise fehlen bislang, und vieles spricht dafür, dass der Einbruch vor allem die Korrektur einer zuvor überdehnten Spekulationsblase war. Das ändert jedoch nichts an der langfristigen Perspektive: Strukturelle Angebotsdefizite und die starke industrielle Nachfrage bleiben intakt. Kurzfristig war die Entwicklung überzogen – auf Sicht der kommenden Jahre ist der Silbermarkt aber keineswegs diskreditiert.

Ab sofort informieren wir Sie bis zum ZFE 2026 einmal pro Woche über die wichtigsten Entwicklungen rund um die Veranstaltung und die Edelmetallmärkte.

Mit den besten Grüßen aus Frankfurt

Wolfgang Wrzesniok-Roßbach & Corinna Schmitz
für das Organisationsteam ZukunftsForum Edelmetalle

Thema der Woche: Das Geschäft ihres Lebens - doch was kommt danach?

In der vergangenen Woche traf sich die numismatische Community in Berlin - die „World Money Fair“, die größte Münzenmesse der Welt, öffnete ihre Tore. Mit besonderer Spannung wurde erwartet, welche Auswirkungen der Anstieg der Edelmetallpreise auf die Münzprägestätten und Distributoren in aller Welt hatte. Das Bild war eindeutig: Die meisten Münzhändler machen derzeit das Geschäft ihres Lebens - doch viele zeigen sich besorgt über die mittel- bis langfristigen Aussichten. Derzeit können viele Händler noch Ware aus dem Lager heraus verkaufen, die sie zu günstigeren Edelmetallkursen eingekauft haben. Durch den Anstieg des Goldpreises werden nun sogar Produkte verkauft, die bis vor ein oder zwei Jahren noch nicht stark nachgefragt waren.

Doch es gibt auch in Anbetracht des Edelmetall-Booms eine Kehrseite der Medaille: Durch den Anstieg des Materialwertes sind die Produzenten zunehmend gezwungen, auf kleinere Stückelungen umzusteigen oder Preisschwellen zu überwinden, die bisher als Schmerzgrenze galten. Wo einst noch die ganze Unze das Maß aller Dinge war, setzen Münzproduzenten verstärkt auf halbe oder Viertelunzen. Im Gold-Bereich gewöhnen die Distributoren ihre Kunden zunehmend an Gewichtseinheiten wie „1/100 Unze“. Im klassischen Edelmetall-Investment sind Anleger längst von der Unze auf die halbe Unze und dann auf 20-Gramm-Goldbarren umgeschwenkt, inzwischen geraten die 10-Gramm-Stückelungen in den Fokus.

Für Privatanleger wurde die World Money Fair ohnehin zu einem Wechselbad der Gefühle - während am Donnerstag die Preise für Gold und Silber noch anstiegen, wachten die Dauerbesucher am Freitag mit zweistelligen Verlusten auf. Zwischendurch stand bei Silber ein minus von 30 Prozent auf der Kursgrafik. Bei den Vorträgen von Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, Gründer des ZukunftsForum Edelmetalle, auf der „Livestage“ der World Money Fair blieben die Zuschauer allerdings besonnen - die Meinung zur Achterbahnfahrt am Edelmetallmarkt war unisono: Die jüngste Entwicklung war ungesund, Gold und Silber mussten korrigieren - und das gegenwärtige Niveau wird als Einstiegsmöglichkeit verstanden.

Unser Dank gilt dem Messeteam um Götz-Ulf Jungmichel und Luisa Krüger für eine erneut überzeugend organisierte World Money Fair. Die Messe hat sich als zentraler internationaler Treffpunkt der Numismatik etabliert und bringt jährlich Münzprägestätten, Händler und Sammler zusammen. Mit dem ZukunftsForum Edelmetalle haben wir ein zusätzliches Konferenzformat etabliert, das sich an Family Offices, Institutionelle Investoren und Vermögensverwalter, Analysten, Journalisten, Recycling-Dienstleister und die edelmetallverbrauchende Industrie sowie Anbieter von börsengehandelten und elektronisch unterstützten Investmentprodukten richtet.

Beide Plattformen eint ein vergleichbares Ziel: Den Austausch innerhalb der Edelmetall- und Münzbranche zu fördern und aktuelle Marktentwicklungen einzuordnen. Während die World Money Fair den Markt in seiner gesamten Breite sichtbar macht, setzt das ZukunftsForum Edelmetalle gezielt auf vertiefte Analyse, Diskussion und Einordnung wirtschaftlicher und struktureller Fragen rund um Gold und Silber. In diesem inhaltlichen Anspruch ergänzen sich beide Veranstaltungen.

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Speaker der Woche: Eric Kirschbaum (Journalist, Los Angeles Times)

Die Vereinigten Staaten befinden sich erneut in einer Phase politischer Zuspitzung, deren Auswirkungen weit über die eigene Landesgrenze hinausreichen. Mit der zweiten Amtszeit von Donald Trump verschieben sich politische Prioritäten, institutionelle Spielräume und internationale Rollenbilder spürbar. Handelspolitik, Sicherheitsfragen, Industriepolitik und der Umgang mit strategischen Rohstoffen werden wieder stärker national gedacht – mit unmittelbaren Folgen für globale Lieferketten, Finanzmärkte und politische Allianzen.

Für Europa und insbesondere für Deutschland stellt sich damit eine neue Ausgangslage. In den Jahren zwei bis vier der Präsidentschaft geht es weniger um kurzfristige Irritationen als um strukturelle Anpassungen: Wie belastbar sind transatlantische Beziehungen unter einem US-Präsidenten, der Multilateralismus skeptisch gegenübersteht? Welche Bedeutung gewinnen Rohstoffe, Energie und strategische Metalle in einer Politik, die wirtschaftliche Souveränität priorisiert? Und wie verändern sich globale Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse, wenn die USA handelspolitische Instrumente wieder offensiver einsetzen?

Die Märkte reagieren auf diese Entwicklungen nicht linear. Politische Signale aus Washington wirken zunehmend als Preistreiber oder -dämpfer, insbesondere dort, wo Rohstoffe sicherheits- oder industriepolitisch relevant sind. Zölle, Exportbeschränkungen, Subventionsprogramme und geopolitische Spannungen überlagern klassische Angebots- und Nachfragefaktoren. Für Investoren, Unternehmen und politische Entscheidungsträger wird es damit schwieriger, zwischen kurzfristiger Rhetorik und langfristig wirksamen Richtungsentscheidungen zu unterscheiden.

Für diese politische und mediale Einordnung steht Eric Kirschbaum, US-amerikanischer Journalist und erfahrener Auslandskorrespondent. Seit 2015 arbeitet er als freier Journalist, unter anderem für die Los Angeles Times. Zuvor war er über viele Jahre für Reuters tätig, unter anderem in Frankfurt und Berlin, mit einem klaren Schwerpunkt auf Politik und Wirtschaft. Kirschbaum verbindet die US-amerikanische Innenperspektive mit einem tiefen Verständnis für europäische Interessen und transatlantische Spannungsfelder.

Im Zentrum seines Beitrags steht nicht die tagesaktuelle Schlagzeile, sondern die politische Logik hinter Entscheidungen der Trump-Administration: Welche Leitlinien prägen die US-Politik jenseits der öffentlichen Zuspitzung? Welche Kurswechsel sind real, welche taktisch motiviert? Und was bedeutet das konkret für Deutschland, Europa und rohstoffnahe Märkte – von Energie über Industriemetalle bis hin zu Edelmetallen als politisch sensibles Anlagegut?

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Warum dieses Thema den Rahmen des ZukunftsForum Edelmetalle prägt

Das ZukunftsForum Edelmetalle setzt bewusst auf Einordnung statt Alarmismus. Die Frage nach der politischen Marschrichtung der USA ist dafür zentral, weil sie unmittelbare Auswirkungen auf Handelsströme, Rohstoffverfügbarkeit, Preisbildung und geopolitische Risikoprämien hat. Eine journalistisch fundierte, transatlantisch geerdete Perspektive hilft, politische Narrative von belastbaren Trends zu trennen. Sie schafft damit die Grundlage, um Edelmetalle und Rohstoffe nicht isoliert zu betrachten, sondern als Teil eines politischen und wirtschaftlichen Systems, das sich spürbar im Wandel befindet – und genau deshalb im März 2026 in Frankfurt intensiv diskutiert werden muss.

Unsere Partner: World Gold Council

Das World Gold Council ist eine global agierende, gemeinnützige Branchenorganisation der internationalen Goldindustrie mit Sitz in London (Vereinigtes Königreich). Das WGC wurde 1987 von führenden Goldbergbauunternehmen gegründet und vereint heute zahlreiche große Produzenten, die zusammen einen bedeutenden Anteil der weltweiten Goldproduktion repräsentieren. Ziel des World Gold Council ist es, die Nutzung von Gold in unterschiedlichen Bereichen, etwa als Anlage, Schmuckmaterial oder technologischer Rohstoff, zu stärken und die Branche mit fundierten Daten und Analysen zu unterstützen. 

Die zentrale Aufgabe des World Gold Council besteht darin, die Nachfrage nach Gold zu stimulieren und dauerhaft zu sichern, indem er als Schnittstelle zwischen Produzenten, Investoren, Regierungen und anderen Marktteilnehmern fungiert. Dies umfasst die Bereitstellung von Marktdaten, Forschungsergebnissen, Analysen und Kommentaren zur Entwicklung von Angebot und Nachfrage, Preisbewegungen sowie zu goldbezogenen Finanzprodukten. Zudem engagiert sich der Council in Themen wie verantwortungsvoller Förderung, Nachhaltigkeit und Markt-Transparency. Regelmäßige Publikationen wie der „Gold Demand Trends“-Bericht oder Daten zu Zentralbankreserven dienen dabei als wichtige Informationsquellen für Marktakteure. 

Die besondere Bedeutung des WGC ergibt sich aus seiner wirkungsvollen Rolle im globalen Goldmarkt: Als anerkannte Autorität liefert das World Gold Council verlässliche Daten und Analysen, die Investoren, Finanzinstitutionen, politische Entscheider und Wirtschaftsakteure zur Einschätzung von Gold als Anlage und Rohstoff nutzen. Er trägt dazu bei, Marktstandards zu setzen, neue Produkte wie goldbasierte börsengehandelte Fonds (ETFs) zu entwickeln und in globalen Märkten für Transparenz und Vertrauen zu sorgen. Mit seiner Arbeit beeinflusst der Council maßgeblich die Wahrnehmung und Nutzung von Gold in Wirtschaft und Finanzsystem.

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