Newsletter vom 13.02.2026
Sehr geehrte Interessierte an den Edelmetallmärkten,
einen Schritt zurück, zwei Schritte vor – so könnte man die Entwicklung der Edelmetallpreise in den letzten Tagen beschreiben. Während Silber noch ein ganzes Stück von seinen Rekordständen entfernt ist, hat Gold dagegen einen Großteil des jüngsten Rückganges wieder aufgeholt. Parallel hören wir aus dem Handel ähnliche Wasserstandsmeldungen: Die meisten Kunden sind wieder auf die Käuferseite gewechselt, der Ankauf ist zum Nebengeschäft geworden. Beides kann man als starkes Zeichen der Anleger verstehen: Sie sind nicht bereit, ihre physischen Edelmetalle zum gegenwärtigen Preisniveau abzugeben, weil sie deutlich höhere Notierungen für Gold und Silber erwarten.
Unterdessen bringen sich Analysten mit neuen Prognosen in Position: Daniel Oliver, Gründer und Managing Member des Hedgefonds Myrmikan Capital. Er leitet ein Kursziel für den Goldpreis zwischen 8.395 und 12.595 Dollar je Unze ab. Klingt abgehoben – doch wer hätte gedacht, dass sich die Prognosen von 4.000 oder 5.000 Dollar je Feinunze schneller bewahrheiten, als es sogar manchem Gold-Bullen recht war?
Die Argumente des Analysten, der nun sogar ein fünfstelliges Preisniveau für Gold erwartet, sind überraschend sachlich: Mit Blick auf die US-Geldpolitik erwartet Oliver eine Zwickmühle für die US-Notenbank – sie könne die Zinsen nicht deutlich senken, gleichzeitig aber auch nicht die Bilanz der Notenbank verkleinern. Und egal, welchen Marktkommentar man derzeit liest – alle Analysten sind sich einig: Solange Staaten um den Globus weiterhin unvorstellbare Geldmengen produzieren, ist und bleibt Gold ein notwendiger „sicherer Hafen“.
Ab sofort informieren wir Sie bis zum ZFE 2026 einmal pro Woche über die wichtigsten Entwicklungen rund um die Veranstaltung und die Edelmetallmärkte.
Mit den besten Grüßen aus Frankfurt
Wolfgang Wrzesniok-Roßbach & Corinna Schmitz
für das Organisationsteam ZukunftsForum Edelmetalle
Thema der Woche: Folgen des Goldrausches - wie verändert sich das Kaufverhalten?
Der Goldpreis hat sich von den Turbulenzen zum Ende des Monats Januar erholt und steht wieder deutlich über 4.200 Euro pro Feinunze. Und auch Silber arbeitet an einem Comeback. Anleger werden sich also wohl an das gegenwärtige Preisniveau gewöhnen müssen - doch wie reagieren sie? Der Zubehörhersteller "Leuchtturm", Weltmarkführer für Sammelzubehör mit einem wachsenden Sortiment auch für Edelmetall-Anleger, hat jetzt seinen ersten Trendreport vorgestellt. Darin benennt das Unternehmen auf Basis der Nachfrage nach seinen Zubehörprodukten konkrete Trends. Eine wichtige Entwicklung: Offenbar weichen Edelmetall-Anleger inzwischen verstärkt auf kleinere Blister statt Unzen-Münzen aus.
Der Anstieg des Edelmetallpreises führt also offenbar zu einem veränderten Kaufverhalten bei Anlegern: Ursprünglich war die Unze das Maß aller Dinge in der Welt des Edelmetall-Investments, doch mit dem Sprung des Goldpreises über die Schwelle von 2.000 Euro pro Feinunze (bis zu dieser Grenze sind Goldkäufe in Deutschland anonym möglich) ging auch die Nachfrage nach Goldunzen leicht zurück. Bei einem Goldpreis von über 4.000 Euro pro Feinunze befindet sich nun inzwischen sogar die halbe Unze oberhalb der Grenze für einen anonymen Kauf, sodass Anleger verstärkt auf kleine Stückelungen ausweichen und hier statt der Münze auf die Barrenform umschwenken. Kleine Barren mit einem Blister als Sicherheitsmerkmal stehen hoch im Kurs, ebenso die dazu passenden Zubehörprodukte – so wird beispielsweise eine Aufbewahrungsbox für Barren-Blister zu einer Art neuer Spardose.
Speaker der Woche: Joachim Dünkelmann, Geschäftsführer Bundesverband der Juweliere (BVJ)
Die Schmuckindustrie geht mit einem schwierigen Set an Rahmenbedingungen in das Jahr 2026: Für Juweliere und Hersteller wird die Kalkulation infolge des massiv angestiegenen Goldpreises und auch wegen kurzzeitiger extremer Ausschläge anspruchsvoller – nicht nur wegen der Materialkosten, sondern auch wegen der Frage, wie schnell Preissignale an Endkunden weitergegeben werden können, ohne Nachfrage abzuwürgen. Gleichzeitig gewinnt Schmuck in Teilen der Kundschaft eine zweite Rolle als „Asset“ – was die klassische Trennung zwischen Luxus- und Investmentlogik weiter verwischt.
Für 2025 liegen belastbare Zahlen des World Gold Council (WGC) vor: Weltweit sank die Goldnachfrage aus der Schmuckindustrie (Jewellery consumption) auf 1.542,3 Tonnen – ein Minus von 18 % gegenüber 2024 und laut WGC ein Fünfjahrestief. Gleichzeitig stieg der Wert dieser Schmucknachfrage auf einen Rekord von 172 Mrd. US-Dollar (+18 %), was die zentrale Spannung des Marktes beschreibt: weniger Stückzahl/Gramm – aber höhere Umsätze, getrieben durch Preisniveau und teils wertorientierte Kaufmotive.
Besonders deutlich war der Rückgang in den beiden volumenstärksten Märkten: Indien fiel 2025 auf 430,5 Tonnen(2024: 563,4 t), China (Mainland) auf 360,1 Tonnen (2024: 479,1 t). Noch liegen für 2026 keine belastbaren Zahlen vor - was sich jedoch aus den WGC-Einordnungen ableiten lässt: Das Umfeld bleibt von geökonomischer Unsicherheit geprägt, die den Goldpreis und die Investmentnachfrage stützt – während die Schmucknachfrage bei hohen Preisen tendenziell unter Druck bleibt (Volumen) und eher über den Wert resilient wirkt.
Einordnung aus Sicht des Handels liefert Joachim Dünkelmann beim ZukunftsForum Edelmetalle. Der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Juweliere, Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte e.V. lenkt den Fokus darauf, wo die Volatilität operativ ankommt: bei Preisgestaltung, Lagerstrategie, Margenmanagement, Sortimentstiefe und der Frage, wie sich Kundenerwartungen in einem Hochpreisumfeld verändern – vom klassischen Geschenkgeschäft bis zur „Wertkauf“-Logik.
Im Zentrum seines Beitrags steht damit mehr als eine reine Preisdebatte: Wie reagiert der deutsche Schmuck- und Uhrenfachhandel auf schnelle Preisbewegungen? Welche Rolle spielen Legierungen, Gewichte, Designentscheidungen und Einkaufsrhythmen, wenn die Rohstoffseite „verrückt spielt“? Und wie verändert sich Beratung, wenn Kunden stärker nach Wertstabilität fragen, während die absolute Preisschwelle steigt?
Warum dieses Thema den Rahmen des ZukunftsForum Edelmetalle prägt
Die WGC-Daten zu 2025 zeigen die Schattenseiten des Goldbooms – und einen Trend, der für 2026 weiterhin relevant bleibt: Preisrekorde treiben Wertrekorde – und drücken zugleich das Volumen der Schmuckindustrie. Genau diese Reibung ist für die Einordnung des Marktes entscheidend, weil sie erklärt, warum „gute Zahlen“ und „schwierige Lage“ im Schmucksegment gleichzeitig wahr sein können.
Unsere Partner: Münze Österreich AG (Gold-Partner)
Die Münze Österreich AG mit Sitz in Wien zählt zu den traditionsreichsten und zugleich innovativsten Prägeanstalten Europas. Als Tochtergesellschaft der Oesterreichischen Nationalbank kann sie auf Basis einer starken staatlichen Verankerung eine hohe unternehmerische Flexibilität erreichen. Zu ihren Kernkompetenzen zählen die Produktion österreichischer Umlaufmünzen, die Ausgabe von Sammler- und Anlagemünzen sowie die industrielle Fertigung von Ronden für internationale Prägestätten. International bekannt wurde das Unternehmen insbesondere durch den Wiener Philharmoniker, eine der weltweit erfolgreichsten Goldanlagemünzen. Ergänzt wird das Portfolio durch Silber-, Platin- und gelegentlich auch Sonderausgaben in innovativen Formaten.
Zu den zentralen Alleinstellungsmerkmalen der Münze Österreich AG gehört die starke internationale Marktstellung im Bereich "Bullion", insbesondere im Euroraum. Der Wiener Philharmoniker ist eine der wenigen weltweit bedeutenden Anlagemünzen mit Nennwert in Euro und profitiert von hoher Liquidität, globaler Bekanntheit und einer klaren, über Jahrzehnte konsistenten Markenführung.
Gleichzeitig verfügt das Unternehmen über eine außergewöhnlich lange Prägetradition, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht, und verbindet diese mit modernen Sicherheits- und Prägetechnologien. Und nicht zuletzt gilt die Münze Österreich als Innovationstreiber in der Numismatik, was durch regelmäßige Auszeichnungen beim "Coin of the Year"-Award deutlich wird.
Das ZukunftsForum Edelmetalle als Forum - auch für Sie !
Das ZukunftsForum Edelmetalle bietet Unternehmen und Institutionen die Möglichkeit, sich als Partner zu präsentieren und die Veranstaltung aktiv mitzugestalten. Partnerschaften ermöglichen Sichtbarkeit vor einem hochrelevanten Fachpublikum, eine prominente Platzierung in den Kommunikationskanälen sowie Zugang zu exklusiven Austauschformaten. Sie möchten die Zukunft des Edelmetallmarktes mitprägen und Ihre Expertise in einem professionellen Umfeld einbringen? Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme und stellen Ihnen gern die verschiedenen Modelle vor.
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Dinner Cruise: Entspanntes Netzwerken mit Blick auf die Frankfurter Skyline
Wir laden die Teilnehmer des ZukunftsForums Edelmetalle 2026, das am 23. und 24. März 2026 mit Vorprogramm am 22. März stattfindet, herzlich zum Konferenzdinner ein, das in diesem Jahr als Dinner-Skyline-Cruise auf dem Main stattfindet. Nach einem stimmungsvollen Abend im Senckenberg-Museum im Vorjahr treffen wir uns 2026 zum Netzwerken auf der MS Nautilus.
Die Gäste werden am 23. März um 18.30 Uhr mit bequemen Shuttle-Bussen direkt vor dem Konferenzhotel "nhow" abgeholt. Um 19 Uhr geht es aufs Schiff. Dort gibt es ein Begrüßungsgetränk, ab 20 Uhr folgt das Dinner. Die Auswahl der Hauptgerichte (Fisch, Fleisch, Vegetarisch) ist demnächst möglich. Vorspeise und Nachspeise werden vegetarisch sein, vegane Kost ist auf Nachfrage möglich.
Das Schiff legt zwischen 23.00 und 23.15 Uhr wieder an - die MS Nautilus fährt erst mainaufwärts (inkl. Schleuse) und dann noch ein Stück abwärts, so dass ein unvergesslicher Blick auf die Frankfurter Skyline im Dunkeln möglich ist.
Die Teilnahme am Dinner am 23.März ist auf 300 Plätze limitiert und im Preis eines Unternehmenstickets inkludiert.
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Partner - Neues von unseren Unterstützern
Wir bedanken uns ausdrücklich bei unseren starken Branchenpartnern beim ZukunftsForum Edelmetalle 2026. Sie haben mit ihrem Engagement einen aktiven Beitrag dazu geleistet, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein in dieser Form in der DACH-Region einmaliges Programm bieten zu können.
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