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Newsletter vom 19.02.2026

Sehr geehrte Interessierte an den Edelmetallmärkten,

der Rekordpreis für Gold – Fluch oder Segen für die Schmuckindustrie? Dieser Frage gehen wir auf mehreren Vorträgen im Rahmen der INHORGENTA am 20 und 21. Februar in München nach. Auf Einladung der SHZ – Hanauer Schmuckhalbzeug GmbH, einer Tochter der Bauer-Walser AG, beleuchten wir verschiedene Aspekte der gegenwärtigen Marktentwicklung mit besonderem Blick auf die Schmuckindustrie.

Aktuelle Zahlen lassen erahnen, dass die Preisrallye auf die Nachfrage aus der Branche drückt. Der World Gold Council (WGC) weist für 2025 eine weltweite Schmucknachfrage von 1.542,3 Tonnen aus (minus 18 Prozent gegenüber 2024), ein Fünfjahrestief. Gleichzeitig stieg der Wert der Schmucknachfrage auf einen Rekord von 172 Milliarden US-Dollar (plus 18 Prozent). Das vierte Quartal 2025 war mit 441 Tonnen sogar ein Rekordtief im Vergleich zu den Vorjahresquartalen. Hinter dem globalen Rückgang stehen vor allem die beiden größten Schmuckmärkte: Indien (430,5 Tonnen, minus 24 Prozent) und China (360,1 Tonne, minus 25 Prozent).

Ab sofort informieren wir Sie bis zum ZFE 2026 einmal pro Woche über die wichtigsten Entwicklungen rund um die Veranstaltung und die Edelmetallmärkte.

Mit den besten Grüßen aus Frankfurt

Wolfgang Wrzesniok-Roßbach & Corinna Schmitz
für das Organisationsteam ZukunftsForum Edelmetalle

Thema der Woche: Wird der 24. Februar zum Wendepunkt für Gold und Silber?

Auch wenn eine Korrektur und Konsolidierung bei Gold und Silber nach dem rasanten Anstieg bis zum 30. Januar 2026 überfällig war, rätseln viele Marktteilnehmer über die Gründe für die plötzliche Gegenbewegung nach unten – und wieder kommt ein Akteur ins Spiel, der bereits in der Vergangenheit als Auslöser für extreme Marktbewegungen ausgemacht wurde: China.

Das Land ist einer der weltweit wichtigsten Märkte für physischen Edelmetallhandel – und derzeit rund um das chinesische Neujahrsfest der reguläre Börsenbetrieb. Die Shanghai Gold Exchange und die Shanghai Futures Exchange sind über mehrere Tage geschlossen, viele Großhändler, Raffinerien und Logistikdienstleister arbeiten nur eingeschränkt. Damit fehlt ohne Zweifel ein zentraler Liquiditäts- und Nachfragepol in Asien. Die globale Preisbildung verlagert sich stärker nach London und New York, während aus der asiatischen Zeitzone weniger Impulse kommen. Das Resultat sind dünnere Umsätze und häufig eine abwartende, seitwärts gerichtete Marktphase.

Diese „Flaute“ ist jedoch technisch bedingt und nicht zwingend fundamental. China ist sowohl auf der Schmuck- und Barrenebene als auch im Terminmarkt ein maßgeblicher Akteur. Fällt dieser Handelsplatz temporär aus, reduzieren sich Arbitrageaktivitäten zwischen Shanghai, London und New York. Gleichzeitig werden physische Käufe und Lageraufstockungen oft zeitlich verschoben. Marktteilnehmer sprechen in solchen Phasen von „thin trading“ – kleinere Orders können größere Preisausschläge verursachen, während nachhaltige Trends meist ausbleiben, solange ein bedeutender Nachfragemarkt nicht aktiv ist.

Für die Wiederaufnahme des Handels am 24. Februar erwarten viele Beobachter ein bullisches Szenario, wenn Großhändler und Investoren ihre Käufe nachholen. In Verbindung mit internationalen Faktoren, etwa einem schwächeren US-Dollar oder sinkenden Zinserwartungen, würde die Rückkehr chinesischer Marktteilnehmer die globale Liquidität erhöhen und einen Aufwärtsimpuls verstärken. Die aktuelle Seitwärtsphase wäre dann rückblickend lediglich eine technische Atempause vor einer neuen Bewegung nach oben.

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Speaker der Woche: Stefan Müller, DGWA Deutsche Gesellschaft für Wertpapieranalyse GmbH

Deutschland ist als Industrienation in hohem Maße von stabilen Rohstofflieferketten abhängig – verfügt jedoch selbst nur über begrenzte eigene Vorkommen. Gleichzeitig verschärfen geopolitische Spannungen, strategische Industriepolitik großer Wirtschaftsräume und die globale Energiewende den Wettbewerb um kritische Metalle und mineralische Rohstoffe. Versorgungssicherheit ist damit längst keine rein wirtschaftliche Frage mehr, sondern Teil sicherheits- und industriepolitischer Grundsatzentscheidungen.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die strategische Kernfrage neu: Wie resilient ist Deutschlands Rohstoffversorgung? Der Umbau von Energie- und Mobilitätssystemen, der Ausbau digitaler Infrastruktur und der Verteidigungssektor erhöhen den Bedarf an Lithium, Nickel, Seltenen Erden, Kupfer und weiteren Schlüsselmaterialien erheblich. Gleichzeitig konzentrieren sich Förderung und Weiterverarbeitung vieler dieser Rohstoffe auf wenige Staaten. Abhängigkeiten verschieben sich – weg von fossilen Energieträgern, hin zu mineralischen Ressourcen.

Für Deutschland und Europa bedeutet dies, dass Rohstoffpolitik nicht länger reaktiv sein kann. Diversifizierung von Bezugsquellen, Förderung heimischer Projekte, strategische Partnerschaften, Recyclingstrategien und die Stärkung von Wertschöpfungsketten innerhalb Europas werden zu zentralen Handlungsfeldern. Dabei geht es nicht nur um Zugang zu Vorkommen, sondern um Finanzierung, Genehmigungsprozesse, ESG-Standards und Kapitalmarktzugang für Explorations- und Bergbauprojekte.

Für diese Schnittstelle zwischen Kapitalmarkt, Industrie und Politik steht Stefan Müller, CEO der DGWA mit Sitz in Frankfurt am Main. Die DGWA ist als Investmentbanking-Gesellschaft im globalen Rohstoffsektor aktiv und begleitet Unternehmen bei Strukturierung, Entwicklung und Finanzierung von Bergbau- und Rohstoffprojekten. Müller verfügt über rund 30 Jahre Erfahrung in diesem Umfeld und ist zugleich als Berater für Politik, Verbände und internationale Unternehmen tätig – mit dem Ziel, eine kohärente deutsche und europäische Rohstoffstrategie mitzugestalten.

Im Mittelpunkt seines Beitrags steht die systemische Perspektive: Wo liegen die strukturellen Schwächen der deutschen Rohstoffversorgung? Welche Rolle können Kapitalmärkte bei der Finanzierung europäischer Projekte spielen? Und wie lassen sich wirtschaftliche Interessen, Nachhaltigkeitsanforderungen und geopolitische Realitäten in eine tragfähige Strategie überführen? Dabei wird deutlich, dass Rohstoffsicherheit weniger eine Frage kurzfristiger Preisbewegungen ist als eine langfristige industriepolitische Weichenstellung.

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Warum dieses Thema den Rahmen des ZukunftsForum Edelmetalle prägt

Das ZukunftsForum Edelmetalle diskutiert Rohstoffe nicht isoliert als Anlageklasse, sondern als strategischen Faktor wirtschaftlicher Stabilität. Deutschlands Rohstoffsituation bildet hierfür einen zentralen Bezugspunkt, weil sie exemplarisch zeigt, wie eng industrielle Wettbewerbsfähigkeit, geopolitische Handlungsfähigkeit und Kapitalmarktstrukturen miteinander verwoben sind. Die Einordnung durch einen Praktiker aus dem internationalen Rohstofffinanzierungsumfeld erweitert die Debatte um die operative und strategische Dimension – und schafft damit die Grundlage für eine realistische Bewertung der europäischen Rohstoffzukunft.

Unsere Partner: C.HAFNER (Premium-Programmpartner)

C.HAFNER gehört zu den ältesten und bedeutendsten Unternehmen im Bereich der Edelmetalltechnologie in Europa. Die 1850 in Pforzheim gegründete und heute familiengeführte Scheideanstalt hat ihren Schwerpunkt in der Aufarbeitung und Veredelung von Edelmetallen.

Zu den Kernkompetenzen zählen das Edelmetall-Recycling, also die Rückgewinnung von Gold, Silber, Platin und Palladium aus Altmaterialien wie Schmuck, Produktionsabfällen oder Zahngold sowie die Weiterverarbeitung dieser Rohstoffe zu Halbzeugen, Komponenten, Pulver und Barren. Die Materialien finden Anwendung in Branchen wie der Schmuck- und Uhrenindustrie, der Dentaltechnik, der Medizintechnik und weiteren industriellen Bereichen. Darüber hinaus betreibt das Unternehmen auch einen Edelmetallhandel und bietet technische Analysen sowie beratende Dienstleistungen rund um Edelmetallprodukte an. 

Nachhaltigkeit ist ein zentrales Element der Unternehmensphilosophie: Durch moderne, ressourcenschonende und zum Teil CO₂-neutrale Recyclingprozesse wird ein geschlossener Edelmetallkreislauf angestrebt, der wertvolle Materialien wieder in die Wertschöpfung zurückführt und einen Beitrag zur Schonung natürlicher Ressourcen leistet. 

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Das ZukunftsForum Edelmetalle als Forum - auch für Sie !

Das ZukunftsForum Edelmetalle bietet Unternehmen und Institutionen die Möglichkeit, sich als Partner zu präsentieren und die Veranstaltung aktiv mitzugestalten. Partnerschaften ermöglichen Sichtbarkeit vor einem hochrelevanten Fachpublikum, eine prominente Platzierung in den Kommunikationskanälen sowie Zugang zu exklusiven Austauschformaten. Sie möchten die Zukunft des Edelmetallmarktes mitprägen und Ihre Expertise in einem professionellen Umfeld einbringen? Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme und stellen Ihnen gern die verschiedenen Modelle vor.

Jetzt buchen: Tickets und exklusives Hotelkontingent für das ZukunftsForum Edelmetalle 2026 verfügbar

Für das ZukunftsForum Edelmetalle 2026, das am 23. und 24. März 2026 mit Vorprogramm am 22. März stattfindet, können ab sofort Tickets erworben werden. Die Veranstaltung bringt führende Köpfe aus den Bereichen Investment, Banken, Edelmetallhandel, Industrie, Recycling und Forschung zusammen und bietet einen kompakten Überblick über die aktuellen zentralen Markttrends. Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben einen unmittelbaren Zugang zu Fachvorträgen, Panels und Networking-Formaten, die einen direkten Austausch mit Expertinnen und Experten ermöglichen. Frühzeitige Buchungen sichern nicht nur die Teilnahme, sondern auch die bestmögliche Planung für Ihr persönliches Programm.

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